Hortensien während der Blütezeit bei Sete Cidades auf São Miguel
Reisebericht

Azoren: Hortensien, Wale und Vulkane

Die Azoren bieten viel mehr als wunderschöne Landschaften zum Wandern. So gelten die Inseln als einer der besten Orte Europas für Walbeobachtungen. Zudem blüht im Sommer ein Meer aus Hortensien und ein spannendes Museum erzählt die Geschichte der Vulkanausbrüche. Nature Tours-Mitarbeiterin Nadine hat die Azoren bereist und berichtet darüber.

Wandern und viel mehr auf den Azoren

Wie einleitend erwähnt, bieten die Azoren viel mehr als «nur» schöne Wanderungen und beeindruckende Aussichtspunkte. Dennoch ist dies oft – und völlig zurecht – der Hauptgrund für eine Reise auf die Azoren. Die idealen Wandermonate sind Mai, Juni, September und Oktober, da das Klima angenehm ist und meist weniger Tourist*innen unterwegs sind. Im Juli und August gibt es normalerweise am wenigsten Niederschlag, dafür aber höhere Temperaturen und mehr Leute auf den Wanderwegen.


Hortensien soweit das Auge reicht

Bei den Azoren denken viele sofort an die prachtvollen Hortensien. Von Juni bis August, teilweise bis September, verwandeln die Hortensien die Inseln in ein blaues Blütenmeer, wobei die Hauptblütezeit meist im Juli und August liegt. Besonders bekannt für die blühenden Hortensien ist die Strecke nach Sete Cidades auf São Miguel, aber auch auf Faial, Pico und Flores prägen die farbenfrohen Blüten vielerorts das Landschaftsbild.


Vom Walfang zur Walbeobachtung

Erst 1984 wurde der Walfang auf den Azoren offiziell beendet, eigentlich noch gar nicht so lange her. Der Walfang war für viele Familien eine wichtige Einnahmequelle. Er schuf Arbeitsplätze und Walöl war damals ein bedeutender Rohstoff. 

Eine gefährliche Arbeit

Es gab Beobachter in den Wachtürmen, welche die Wale entdeckten, bevor die Walfänger mit kleinen Holzbooten hinausfuhren. Der Walfang war eine gefährliche Arbeit, da die Wale mit Handharpunen von kleinen Fischerbooten aus gejagt wurden, die im Vergleich zu den riesigen Tieren sehr klein waren. Zusätzlich arbeiteten viele Männer in den Verarbeitungsfabriken, wo das Walöl gewonnen wurde. 

Museen und Walbeobachtung

Heute gibt es auf Pico und Faial interessante Museen über diese Zeit, welch ich sehr empfehlen kann. Während der Walfang heute verboten ist, stehen auf den Azoren nachhaltige Walbeobachtungen im Mittelpunkt. Die Azoren gehören zu den besten Orten Europas für Whale Watching. Die beste Zeit, um Wale zu beobachten liegt zwischen April und Juni. In diesen Monaten ziehen grosse Bartenwale wie auch Blau-, Finn- und Seiwale an den Inseln vorbei. 

Pottwale und Delfine

Pottwale sowie verschiedene Delfinarten können hingegen ganzjährig beobachtet werden. Die Sommermonate von Juli bis September eignen sich besonders gut für Delfinbeobachtungen sowie einige Zahnwalarten. Zudem ist das Meer in dieser Zeit meist ruhiger und das Wetter angenehmer. Bei hohem Wellengang kann die Walbeobachtung aus Sicherheitsgründen verschoben oder abgesagt werden. Walbeobachtungen sind auf Pico, Faial, São Miguel und Terceira möglich.


Stierkämpfe

Eine Tradition, die vor allem auf Terceira sehr beliebt ist, sind die Stierkämpfe, den sogenannten «Touradas à Corda».  Diese finden häufig während der Heiliggeistfeste statt, die zwischen Mai und Oktober gefeiert werden. Dabei wird der Stier mit einem langen Seil von mehreren Männern kontrolliert durch die Dorfstrassen geführt. 

Der Stier bleibt am Leben

Die Zuschauer provozieren den Stier mit Tüchern oder Regenschirmen und weichen ihm aus oder laufen ihm davon. Im Unterschied zu Spanien wird der Stier bei diesen Veranstaltungen nicht getötet, sondern nach dem Anlass wieder zum Besitzer zurückgebracht. Übrigens gilt Terceira als die lebhafteste Festinsel der Azoren. Dort wird besonders intensiv gefeiert.


Vulkanausbruch Capelinhos

Das Interpretationszentrum des Vulkanausbruchs von Capelinhos kann ich sehr empfehlen. Sie erhalten spannende Informationen über die Entstehung der Azoren, vulkanische Aktivitäten sowie die Auswirkungen des Vulkanausbruchs von 1957/58, der die Landschaft und Bevölkerung der Insel Faial stark geprägt hat. 

Im Anschluss zu Fuss um den Leuchtturm

Mein Tipp: Besuchen Sie zuerst das Interpretationszentrum und unternehmen Sie anschliessend einen Spaziergang rund um den Leuchtturm bis zum Dorf unterhalb des Interpretationszentrums, wo nach und nach wieder die Dächer der Häuser sichtbar werden. Dadurch verstehen Sie die Vulkanlandschaft rund um Capelinhos noch besser.


Möchten auch Sie die Inselwelt der Azoren entdecken?

Wir bieten sowohl geführte Gruppenreisen als auch individuelle Mietwagenrundreisen auf den Azoren an. Unsere Mitarbeiterinnen Nadine Kohli und Jazmin Saa beraten Sie gerne.