Eine Reise durch Bhutan steckt voller Höhepunkte. «In meinem Bericht konzentriere ich mich auf fünf, die mich am meisten berührt haben. Von den mächtigen Klosterburgen über das Tal der Schwarzhalskraniche bis hin zum tief verankerten Buddhismus.» Unser Teamleiter Michael reist für zwei Wochen durch Bhutan, das Land des Donnerdrachens.

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Zwei Wochen Bhutan: Die schönsten Höhepunkte
Zwei Wochen Bhutan: Die schönsten Höhepunkte
Warum ist Bhutan das Land des Donnerdrachens?
Bhutan heisst in der Landessprache Dzongkha «Druk Yul», was so viel wie Land des Donnerdrachens bedeutet. Der Legende nach soll es bei der Einweihung eines Klosters in Tibet im fernen Süden gedonnert haben. Die Menschen glaubten damals noch stark an Drachen und benannten das Kloster als Druk (Drache). Als sich der Buddhismus später nach Süden, ins heutige Bhutan ausdehnte, nannten sie das Land Druk Yul.
Die Einheimischen nennen sich selbst auch Drukpas (Drachenvolk), der Titel des Königs ist Druk Gyalpo (Drachenkönig) und der Donnerdrache ist als Symbol auf der Nationalflagge abgebildet.

Die fünf Highlights meiner Bhutan-Reise
1. Druk Path Trekking
Mir verschlägt es zum ersten Mal die Sprache: der Landeanflug auf Paro ist der erste von vielen Gänsehautmomenten auf meiner Reise durch Bhutan. Der kleine Flieger kommt dem Himalaya-Vorgebirge scheinbar bedrohlich nah. Im Hintergrund blitzen die Schneeriesen des Himalaya-Hauptkamms auf. Was für ein Anblick. Dann tauchen wir ab ins Tal von Paro. Kleine Siedlungen, gelbleuchtende Reisfeld. Traumhaft!
Start zum Trekking
So schön das Wetter bei Ankunft ist, so trüb sind die Aussichten für die nächsten Tage. Ausgerechnet zum Start meines fünftägigen Trekkings schiebt ein Taifun über Bengalen feuchte Luft nach Bhutan. Was für ein Pech, denn November ist eigentlich perfekte Trekkingsaison. Was solls, vorerst ist es noch trocken und mein Guide und ich fahren zum Ausgangspunkt des Druk Path Trekkings in der Nähe von Paro. Hier treffen wir auf unser Begleitteam bestehend aus einem Koch, zwei Pferdeführern sowie fünf Pferden.
Durch einen Märchenwald lassen wir die Zivilisation hinter uns und gelangen nach etwa zwei Stunden zum Tempel Jele Dzong. Bei vielen Trekkings in Bhutan treffen wir unterwegs auf abgelegene Klöster und Tempel. Ein besonderes Erlebnis und ein echtes Highlight in der abgeschiedenen Bergwelt.
Wetterumschwung
Am zweiten Tag schlägt das Wetter wie angekündigt um. Zwar ist der Regen nicht stark, aber ausdauernd. Wir behalten unsere gute Laune dank dem aufgestellten Begleitteam und dem Wissen, dass uns am späteren Nachmittag das Camp mit trockenem Zelt erwartet. Und nicht nur das, unsere Trekkings in Bhutan bieten einen ausserordentlich hohen Standard mit ausgezeichneter Camping-Küche, geräumigen Zelten und einem Aufenthaltszelt mit Heizstrahler! Luxus in der Natur, den ich bei diesen Bedingungen besonders schätze.
Trekken – ob kurz oder lang
Das Trekking ist ideal für Gäste, die nicht so viel Zeit haben für ein längeres Trekking wie das Laya—Trekking, aber trotzdem gerne Trekkingluft schnuppern möchten. Es führt im Vorgebirge des Himalayas durch ursprüngliche Wälder, zu heiligen Seen und wie erwähnt zu Tempeln und Klöstern. Und bei schönem Wetter bietet sich sogar eine Sicht auf die Schneeberge des Himalayas. Besonders attraktiv ist ein Trekking auch im Frühling, zur Saison der Rhododendronblüte. Ganze Wälder erstrahlen dann in voller Blütenpracht.
2. Die Dzongs von Bhutan
Dzong ist der bhutanische Begriff für eine Klosterburg, eine Art Festung. In den prächtigen Bauten ist nicht nur ein Kloster untergebracht, sondern auch die Lokalverwaltung des jeweiligen Distrikts. Auf einer Rundreise durch Bhutan besuchen wir verschiedene Dzongs. Besonders hervorzuheben sind jene in Punakha und Trongsa.
Dzong von Punakha
Der Dzong von Punakha ist nicht nur der zweitälteste und zweitgrösste von Bhutan, sondern auch einer der eindrücklichsten. Auch die Lage am Zusammenfluss der beiden Flüsse Pho Chu und Mo Chu ist einzigartig. Der Dzong ist ganze 180 Meter lang und 72 Meter breit und der Hauptturm, der Utse, erstreckt sich über sechs Stockwerke. Den Reiz der Bauten machen die wunderschöne Architektur und die Holzschnitzereien aus. Aber auch die besondere Stimmung mit den Mönchen im Klosterteil des Dzongs.
Der Dzong von Trongsa
Bereits von Weitem ist der Dzong von Tronsa sichtbar. Erhaben thront er im Tal und lässt erahnen wieso er bereits 1644 an dieser strategischen Lage zwischen Ost und West errichtet wurde. Er war zuerst Sitz der Wangchuck-Dynastie, bevor diese 1907 zur Königsfamilie Bhutans aufstieg. So wird auch heute der König zuerst zum Penlop (Gouverneur) von Trongsa ernennt, bevor er König von Bhutan wird. Besonders an diesem Dzong beeindruckt haben mich die unzähligen verwinkelten Gänge. Ohne meinen Reiseleiter würde ich wohl heute noch darin umherirren …
3. Die Menschen Bhutans und ihre Traditionen
Bhutan war lange von der Aussenwelt abgeschottet und auch heute wird der Tourismus noch stark reguliert durch eine staatliche Abgabe von USD 100 pro Nacht. Traditionen sollen bewahrt werden und das Land soll sich langsam und nachhaltig entwickeln.
Spagat zwischen Tradition und Moderne
Das heisst aber überhaupt nicht, dass die Bhutaner*innen verschlossen sind. Im Gegenteil. Sie sind äusserst gastfreundlich und zeigen ihr Land und ihre Traditionen mit viel stolz. Für uns Reisende eröffnet sich eine spannende Welt aus traditionellen Werten und auch einer Welt im Wandel. Denn auch in Bhutan hält der Fortschritt Einzug.
Mein Guide Nono und ich werden auf meiner Reise rasch zu Freunden. So spannend wie die Besichtigungen tagsüber, sind die Gespräche am Abend und manchmal auch bis tief in die Nacht. Abwanderung der jungen Bevölkerung, die Königsfamilie und der Spagat zwischen Tradition und Moderne sind nur einige der Gesprächsthemen.

4. Das Tal der Schwarzhalskraniche
Jeden Winter finden sie wieder den Weg ins Hochtal von Phobjikha! Die seltenen Schwarzhalskraniche treffen jeweils zirka Anfang November aus Tibet ein. Von der lokalen Bevölkerung werden sie sehnsüchtig erwartet und bei Ankunft regelrecht gefeiert. Es gibt sogar ein jährliches Festival zu Ehren der Vögel.
Ein Vogelparadies
Die Schwarzhalskraniche halten sich von zirka November bis Ende Februar in Phobjikha auf. Die waldfreie Schwemmebene des Tals bietet ihnen auch im Winter genügend Nahrung. Um die Tiere nicht zu gefährden, wurden sogar die Stromkabel unterirdisch verlegt. Es gibt zudem ein spannendes Informationszentrum, mit allem Wissenswerten rund um die Kraniche.
Auch ausserhalb der Saison ist das Hochtal einen Besuch wert. Der Nature Trail lädt zu einer Wanderung ein und der Morgennebel sorgt oft für eine mystische Atmosphäre. Wie unten auf dem Foto, direkt von meinem Zimmer aus fotografiert.

5. Buddhismus und Klöster in Bhutan
Der Buddhismus ist in Bhutan allgegenwärtig und tief in der Bevölkerung verankert. Unzählige Klöster und Tempel verteilen sich übers Land, oft bis in die hintersten Bergtäler. Dazu gehören sehr bekannte Klöster wie das Tigernestkloster bei Paro oder der Fruchtbarkeitstempel Chimi Lhakhang.
Zentrale Figuren im Buddhismus Bhutans
Nebst Buddha selbst sind zwei Personen zentral für den Buddhismus in Bhutan: Guru Ringpoche sowie Zhabdrung Ngawang Namgyal. Guru Ringpoche brachte den Buddhismus nach Bhutan und Zhabdrung ist der Gründer Bhutans. In Bhutan ist die Schule der Drukpa Kagyü vorherrschend, eine Strömung des tibetischen Buddhismus mit eigenen Nuancen.
Spirituelle Stimmung
Dies die Fakten. Was sich nicht so einfach in Worte fassen lässt, ist die besondere Stimmung, die diese heiligen Klöster und Tempel oft umgibt. Das Gebet der Mönche, die Ruhe und Abgeschiedenheit sowie die eindrücklichen Bauten und Wandgemälde. Eine tief spirituelle Ambiance, die ich so noch nirgendwo sonst erlebt habe.
Tsechu – die traditionellen Klosterfeste
Und dann war da noch das Tsechu, das traditionelle Klosterfest. Was ich dort alles erlebt habe, inklusive Sprint durch einen brennenden Torbogen, lesen Sie in meinem zweiten Reisebericht über Bhutan:
Klosterfest (Tsechu) in Bhutan
Möchten Sie Bhutan selbst erleben und entdecken?
Bhutan bietet noch so viel mehr und eignet sich sowohl für eine Natur- und Kulturreise als auch für ein Trekking. Oder am besten für einen Mix aus allem. Michael Krähenbühl und sein Team beraten Sie gerne.











